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Montag, 5. September 2022

Seewasserwerk: Eine sichere Lösung für die nächsten Jahrzehnte

Weil die Strukturen des alten Seewasserwerk-Zweckverbandes veraltet und und kompliziert sind, soll der Zweckverband aufgelöst werden. Das Seewasserk geht an die Standortgemeinde Männedorf, welche es bereits heute führt. Die Anschlussleitungen übernehmen die Nachbargemeinden.

In Anschlussverträgen wird zudem festgehalten, wie viel Wasser Männedorf künftig nach Stäfa und Ötwil liefert. Männedorf verpflichtet sich, eine gewisse Wassermenge bereitzustellen, während Stäfa und Ötwil einen Mindestbezug garantieren. Dies soll allen drei Gemeinden die Sicherheit geben, dass sie nicht plötzlich auf sich allein gestellt sind. Die Kapazität des Seewasserwerkes ist so gross, dass alle drei Gemeinden noch tüchtig wachsen und weiterhin während Jahrzehnten Seewasser aus dem Werk beziehen können.

Büssen aber nicht gerade die beiden Wasserabnehmer Einfluss ein, wenn sie das Seewasserwerk vollumfänglich der Gemeinde Männedorf anvertrauen? Solche Bedenken hatte zunächst der Ötwiler Gemeinderat, der die Neuorganisation nun aber ebenfalls befürwortet. Die Rechtsform eines Zweckverbands für eine derart operativ ausgerichtete Tätigkeit, bei der fast jeder Handgriff vom Kanton vorgeschrieben sind, ist unangemessen, wegen des bürokratischen Aufwands und der fehlenden Möglichkeit, effektiv etwas zu bestimmen.

Auch der Stäfner Gemeinderat hat keine Bedenken, das Seewasserwerk aus den Händen zu geben. «Das ist die beste Lösung für alle», sagt Gemeindepräsident Christian Haltner. Sowohl der Stäfner als auch der Oetwiler Gemeinderat sehen zwar, dass die Stimmberechtigten mit der Aufhebung des Zweckverbands nicht mehr direkt über das Schicksal des Seewasserwerks entscheiden können. Das ist ein theoretisches Recht, da alle relevanten Vorgaben für den Betrieb des Seewasserwerks abschliessend durch den Kanton geregelt sind. Männedorf schuldet den beiden Anschlussgemeinden zudem Transparenz, was die Kosten und den Betrieb angeht. Ebenso kann die Standortgemeinde das Seewasserwerk nicht einfach so an einen Dritten verkaufen. Zumindest die Gemeinde Stäfa müsste dem zustimmen und hat ausserdem ein Vorkaufsrecht.

Was aber geschieht, wenn sich am 25. September die Stimmberechtigten einer Gemeinde dagegen aussprechen, das Seewasserwerk in die alleinige Obhut von Männedorf zu geben? Dann wird dies doch vollzogen - gemäss den Statuten des Zweckverbands reicht ein Mehrheitsbeschluss, also ein Ja in zwei Gemeinden. Die dritte Gemeinde (diejenige, die nein stimmt), hätte hingegen ab Neujahr kein Trinkwasser mehr.

Montag, 8. August 2022

Ja zum bewährten Seewasserwerk

Wegen der Revision des Gemeindegesetzes müssen die drei Nachbargemeinden Stäfa, Ötwil und Männedorf ihre gemeinsamge Versorgung mit Trinkwasser neu organisieren - zumindest jenen Teil, der durch das Seewasserwerk in Männedorf aufbereitet wird. Die Stimmberechtigten entscheiden am 25. September an der Urne über eine Neuorganisation des Werks.

Das Seewasserwerk ist Eigentum eines Zweckverbands, dem die drei Gemeinden angehören. Dieser soll aufgelöst und das Seewasserwerk der Standortgemeinde Männedorf übertragen werden. Stäfa und Oetwil wollen Anschlussverträge abschliessen, damit sie weiterhin mit Trinkwasser aus Männedorf versorgt werden.

Männedorf soll das Seewasserwerk übernehmen und auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko führen. Bereits seit über einem halben Jahrhundert führt Männedorf das Sewasserwerk für den Zweckverband. Durch die kantonalen Vorgaben in Bezug auf Trinkwasser ist alles geregelt und die Anschlussverträge mindern das risiko für die kommenden 15 Jahre. De facto ändert sich nichts.

Natürlich bekommt Männedorf das Seewasserwerk nicht einfach geschenkt. Die Nachbargemeinden werden gemäss ihrer Grösse anteilsmässig ausbezahlt. Oetwil erhält knapp 19 Prozent des Wertes der Bauten und Grundstücke, Stäfa knapp 44 Prozent. Das entspricht rund 2,1 Millionen beziehungsweise gut 5 Millionen Franken. Die Gemeinde Stäfa wiederum übernimmt die Leitung, die vom Seewasserwerk nach Stäfa führt, und zahlt die Nachbardörfer ihrerseits aus. 

Was aber geschieht, wenn sich am 25. September die Stimmberechtigten einer Gemeinde dagegen aussprechen, das Seewasserwerk in die alleinige Obhut von Männedorf zu geben? Dann wird dies doch vollzogen - gemäss den Statuten des Zweckverbands reicht ein Mehrheitsbeschluss, also ein Ja in zwei Gemeinden. Die dritte Gemeinde bekommt dann ab Neujahr kein Wasser mehr.

Donnerstag, 28. Juli 2022

Woher kommt unser Trinkwasser?

Viele wissen vielleicht nicht einmal, woher unser Trinkwasser kommt; Hauptsache, es fliesst aus dem Wasserhahn, wenn man es benötigt. In Männedorf, Stäfa und Ötwil beispielsweise stammt ein grosser Teil des Trinkwassers aus dem Zürichsee. In Ötwil wird es ergänzt durch Grundwasser, in den anderen beiden Gemeinden mit Goldinger Quellwasser.

Das Seewasser wird bei der Pfrunderhaab dem See entnommen und aufbereitet. Das Seewasserwerk gehört einem Zweckverband, dem die drei Gemeinden Männedorf, Ötwil und Stäfa angehören. Nun müssen die drei Nachbargemeinden wegen der Revision Gemeindegesetzes ihre Versorgung mit Trinkwasser neu organisieren - zumindest jenen Teil, der durch das Seewasserwerk in Männedorf aufbereitet wird. Die Stimmberechtigten entscheiden am 25. September an der Urne über eine Neuorganisation des Werks.

Das neue Gemeindegesetz sieht für Zweckverbände wie das Seewasserwerk eine Reihe zusätzlicher Bestimmungen vor. Zum Beispiel müssen sie nun einen eigenen Haushalt mitsamt Bilanz führen. Die Strukturen werden so noch komplizierter, als sie ohnehin schon waren. Die drei Gemeinden haben in den vergangenen Jahren die verschiedenen Möglichkeiten vertieft geprüft. Sie möchten in erster Linie eine einfache Lösung.

Männedorf soll das Seewasserwerk übernehmen und auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko führen; Stäfa und Ötwil schliessen mit Männedorf einen Anschlussvertrag ab, der uns eine Mindestabnahme an Wasser garantiert und so das Risiko mindert aber auch den beiden Nachbargemeinden über Jahre die Lieferung von Wasser zu fairen Konditionen garantiert - auch wenn sie weiterhin wachsen.