Freitag, 20. Dezember 2002

Adventsgespräch

Frieden nur durch Freiheit und Zufriedenheit.

Männedorf: Nahost-Konflikt als Thema am Adventsgespräch der CVP Männedorf 
Zürichsee Zeitung, 20.12.02

Montag, 9. Dezember 2002

Tempo 30 kein Geschenk des Himmels

Tempo 30 (hier in Meilen)
Foto: Meilemer Anzeiger
Im Kommentar zur Einführung von Tempo 30 in Erlenbach in der Zürichsee-Zeitung wird erwähnt, andere Gemeinden hätten vor allem aus «ideologischen Gründen» Tempo 30 abgelehnt. Gleichzeitig wird der «heimatlosen» CVP vorgeworfen, sie sei in diesem konkreten Fall einer finanzpolitischen Argumentation gefolgt.

Radikalisierung statt Argumentation
Ideologisch betrachtet wird Tempo 30 dem linken, Tempo 50 offensichtlich dem rechten politischen Lager zugeordnet. Nicht selten ziehen sich exponierte Personen hinter eine der beiden radikalen Grenzlinien zurück, um eine «klare Haltung» zu markieren bzw. um sich in ihrer ideologischen Heimat einzunisten, ohne dass die Argumente pro oder kontra Tempo 30 diskutiert werden.
Wer diese verkehrspolitische Frage jedoch sachlich angeht, stellt fest, dass die Einführung von Tempo 30 differenziert zu betrachten ist. Die Empfehlungen des Bundesamtes für Unfallverhütungen (bfu) beispielsweise sind im Verlauf der letzten Jahre modifiziert worden; man hat aus Fehlern gelernt. Tempo 30 Vorlagen können aber nach wie vor auf verschiedene Arten umgesetzt werden. Finanzielle Aspekte sollen ebenfalls berücksichtigt werden. In der politischen Realität müssen Argumente pro oder kontra Tempo 30 nicht nur den neusten Erkenntnissen angepasst sondern auch einer aus ideologischen Gründen ablehnenden bzw. befürwortenden Wählerschaft vorgelegt werden.
CVP argumentiert sachlich
Aus diesem Grund ist es nur erfreulich, dass die CVP sich nicht den gängigen ideologischen Grundhaltungen anschliesst, sondern dass sie die Diskussionen sachlich führt. Gerade weil die 600 000 Fr. auch in Erlenbach nicht vom Himmel fallen, darf diesbezüglich diskutiert werden. In einer Welt starker Polarisierungen ist die Wählerschaft auf eine starke Partei in der politischen Mitte angewiesen. Dort wo die Sachpolitik gelebt wird, befindet sich auch die Heimat der CVP. 
Barbara Schmid-Federer, in: ZSZ, 9. Dez. 2002

Samstag, 2. November 2002

Barbara Schmid neue Präsidentin der CVP Männedorf


Barbara Schmid
Neue Präsidentin, neues Schwerpunktprogramm, Wahl von Barbara Schmid-Federer zur Präsidentin der CVP Männedorf.
Zürichsee Zeitung, 2.11.02

Montag, 15. Juni 1998

Anpacken statt Faust im Sack

An der Generalversammlung der CVP des Bezirks Meilen vom 26. Mai in Herrliberg dankte Parteipräsident Rolf Eberli allen Behördenmitgliedern, besonders jenen, die nach langjährigem Einsatz zurückgetreten waren. Einer von ihnen ist Claude Ruedin, der im letzten Jahr nach 20 Jahren aus dem Bezirksrat zurückgetreten war. Daniel Süss und Rolf Eberli führten nach der GV mit Claude Ruedin ein Gespräch.

Claude Ruedin wuchs im Zürcher Kreis 7 in einer Familie auf, in der wirtschaftliche und politische Fragen intensiv diskutiert wurden und Einfluss und Macht mit einer starken Verpflichtung zu Verantwortung verbunden waren. Der Weg in die Politik begann bei ihm, als Prof. Gion Condrau (Herrliberg) ihn in eine Kommission der CVP des Kantons Zürich berief, die gesellschaftspolitische Ziele erarbeitete. 1977 zog die Familie nach Männedorf. Im gleichen Jahr wurde ein Nachfolger für Dr. Robert Jörger in den Bezirksrat gesucht, nachdem dieser in Erlenbach zum Gemeindepräsidenten gewählt worden war.
Der Schwerpunkt des neuen Bezirksrats sollte in der Baurekurskommission liegen. Also suchte man jemanden vom Baufach, der sich im Baurecht auskennt und auch in der Lage war, einen Antrag schriftlich zu begründen. Diese Kriterien erfüllte der junge Claude Ruedin, der am Technikum Winterthur Architektur studiert hatte, als Assistent an der ETH tätig war und sich in Städtebau, Raumplanung und Soziologie weitergebildet hatte. Zudem arbeitete er in einem renommierten Zürcher Planungsbüro.
Während 20 Jahren prägte Ruedin die Beschlüsse der Baurekurskommission mit. Kein Stammtischhöckler und Sprücheklopfer, wurde er von manchen als eher kühl und zurückhaltend erlebt, aber als engagierter Verfechter von fairen Lösungen geschätzt. Seine Sicht der Aufgabe war nicht, möglichst schnell möglichst viele Entscheide abzuwickeln, sondern Streitigkeiten unter Nachbarn so zu regeln, dass diese nachher noch gut miteinander leben können. «Ein Haus bauen heisst, sich eine Heimat erreichten, wo man geborgen ist». erklärt Ruedin. «Alles ist vernetzt. Man muss für das soziale und natürliche Umfeld sensibel sein.»
Es ging ihm nicht einfach um Rechtsprechung, sondern um das Finden von Interpretationen, ohne dass es Verlierer gibt. Wenn allerdings jemand bewusst dort baute, wo er nicht durfte und dann alle Rechtsmittel ausschöpfte, um es vielleicht doch durchsetzen zu können, dann war Ruedin hartnäckig in de Anwendung des Gesetzes.
Er brachte seine beruflichen Kenntnisse in sein Amt ein, achtete aber immer streng darauf, berufliche Projekte und Behördentätigkeit zu trennen. Er nahm bewusst nur in Regionen Planungsaufträge oder Gemeindeberatungen an, in denen er nicht als Mitglied der Baurekurskommission wirkte. Auch heute ist er noch politisch aktiv als vom Bundesrat gewähltes Mitglied der Eidgenössischen Schätzungskommission 9 in der Innerschweiz.
Im politisch rechten Lager sieht der CVP-Politiker immer mehr «Haben-Menschen» und blinde Marktorientierung, während er bei den Linken einseitige Staatsgläubigkeit und fehlende Eigenverantwortung kritisiert. «Ganzheitliches Politisieren findet für mich dort statt, wo Menschen eine verantwortliche Beziehung zu anderen Menschen, Tieren, Pflanzen und zum Boden haben, auf dem sie leben», erklärte er im Interview seine persönliche Position.
(15. Juni 1998)