Susan Pestalozzi Clement, nach zwölf Jahren beendest du deine Behördentätigkeit in der Schulpflege. Was macht für dich eine gute Schule aus?
Susan Pestalozzi Clement: Eine gute Schule ist für mich ein Ort, an dem sich die Schulkinder wohlfühlen und gerne lernen. Ihr Lernen wird durch eine positive, unterstützende Umgebung gefördert, mit offenen Lernräumen, die Kreativität und Zusammenarbeit ermöglichen. Gleichzeitig wird die Individualität jedes Kindes respektiert und gestärkt. Auch die Lehrpersonen spielen eine zentrale Rolle.
Maurizio Denaro: Genau, eine Schule ist nur immer so gut wie ihre Lehrerinnen und Lehrer. Sie sollen gute Arbeitsbedingungen vorfinden, motiviert sein und Erfüllung in ihrem Beruf erleben. Nur so können sie ihre Begeisterung weitergeben. Als Vater von zwei Töchtern habe ich ein besonderes Interesse daran, dass unsere Schule ein Ort bleibt, wo Kinder begeistert nicht nur Wissen, sondern auch wichtige Kompetenzen erwerben.
Susan Pestalozzi Clement: Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ist entscheidend. Sie basiert auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen – gemeinsam tragen wir Verantwortung für die bestmögliche Entwicklung der Kinder.
Maurizio Denaro: Ich finde es wichtig, dass wir den Austausch mit lokalen Unternehmen intensivieren, um die Bedürfnisse der Arbeitswelt besser zu verstehen und in den Schulunterricht zu integrieren. Was war dein grösster Erfolg in all diesen Jahren?
Susan Pestalozzi Clement: Nicht grosse Erfolge, sondern viele kleine, bedarfsgerechte Massnahmen bewirken Grosses und sorgen für Sicherheit und Wohlbefinden; zum Beispiel die Realisierung eines dringend benötigten Gruppenraums, Erweiterung der stetig wachsenden schulergänzenden Betreuung, oder das Anlegen eines Zebrastreifens...
Etienne Ruedin: Das sind sehr wichtige Punkte. Oft kann mit kleinen, gezielten Investitionen Wesentliches erreicht werden. Dazu braucht es keine grossen Reformen, die alles auf den Kopf stellen.
Maurizio Denaro: Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Schulpflege auch mit den verfügbaren Mitteln haushalten muss. Wir können vielleicht nicht jede Idee umsetzen, aber etwas, das die Bedürfnisse dahinter befriedigt. Ich weiss, dass es immer wieder gelingt, pragmatische Lösungen zu finden, die sowohl den Ansprüchen der Schule als auch den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde gerecht werden.
Etienne Ruedin: Als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission habe ich gesehen, dass Investitionen in die Bildung langfristig enorme Einsparungen mit sich bringen können. Muss etwa ein Kind in eine Sonderschule, entstehen hohe Kosten. Doch wenn es damit einen Beruf erlernen kann, etwa eine IV-Lehre, sparen wir langfristig ein Vielfaches bei den Sozialausgaben. Die Gemeinde als Ganzes zu betrachten, hilft uns, nachhaltige Lösungen zu finden.
Maurizio Denaro: Das gefällt mir an der politischen Mitte: tragbare Lösungen fern der Extreme finden; ein ausgewogener, pragmatischer Ansatz.
Maurizio Denaro ist unser Kandidat für Schulpflege als Ersatz für Susan Pestalozzi Clement, die nach 12 Jahren nicht mehr antritt. Etienne Ruedin stellt sich für die RPK wieder zur Verfügung.

